Samstag, 16. Juni 2012

I've got a bad feeling about this...

... würden jetzt vermutlich sämtliche meiner Star Wars Helden sagen...

Wo fange ich nur an? Hm, vermutlich am Besten beim unspektakulären Teil des gestrigen Tages.
Ich habe mich um 7:15 Uhr auf dem Weg zur Wohnungsbesichtigung gemacht. War natürlich gnadenlos zu früh da, und stand eine Weile wie bestellt und nicht abgeholt dort rum. Glücklicherweise kam auch der Markler etwas früher, und so konnten wir das Haus bereits um 7:50 Uhr betreten.

30 Sekunden später wußte ich, daß dieser Weg umsonst war - und 60 Sekunden später stand ich wieder vor dem Haus und machte mich auf den Weg ins Büro.
2 Markler von 2 verschiedenen Immobilienfirmen zeigten mir an 2 verschiedenen Tagen die gleiche Wohnug. Sehr super.  Und da ich das ausgefüllte Mietanbot für die Wohnung ja bereits in der Tasche hatte, war eine genaue Besichtigung total unnötig.

Kaum im Büro habe ich das Anbot eingescannt und gleich an die Marklerin geschickt, die mir fast sofort antwortete, und mir mitteilte, daß sie es gleich an die Verwaltung weitergeleitet hätte. Sie nutzte die Gelegenheit auch mir nochmal zu sagen, daß sie ein sehr gutes Gefühl in meine Richtung hätte - und ihr Gefühl hätte sie in den langen Jahren ihrer Tätigkeit selten getrogen. Schön für sie.
Ich würde das Gefühl ja gerne teilen - aber ich bleibe lieber dabei einfach abzuwarten. Wenn ich zu große Erwartungen habe, werden diese zwangsläufig enttäuscht.

Es folgen ein paar Stunden eifriger Betriebsamkeit im Büro. Mein letzter Vertretungstag für ein paar Wochen ist angebrochen, und entsprechend viel ist noch zu tun. Da ich später begonnen habe, weiß ich, daß ich heute länger bleiben muß. Meine Kollegin, die in den letzten Tagen immer früher gekommen und später gegangen ist muß diesmal pünktlich weg - was ihr von Herzen vergönnt sei - und so bin ich ab 12:30 Uhr alleine.

Es ist 14:00 Uhr. Und das ziemlich genau. Da läutet mein Handy. Ich fange vor Aufregung zu zittern an (dabei wollte ich mich doch nicht so reinsteigern), als ich die Nummer der Maklerin auf dem Display sehe. Sie scheint aber genau so aufgeregt, wie ich - zumindest ihrer Stimme nach. Sie fragt mich, ob ich quasi sofort zur Hausverwaltung fahren könnte, da man mich dort kurz kennen lernen möchte, nachdem mein Anbot eingegangen ist. Sie ist wirklich ganz aufgeregt, denn sie plappert. Das wäre ein großartiges Zeichen, und sie hätte es doch gewußt.
Ähm... Problem. Ich kann nicht einfach mein Büro zusperren und mal eben irgendwohin fahren. Das muß ich erst abklären. Ich frage, ob ich sie zurückrufen kann. Und das tue ich auch - etwa 2 Minuten später, nachdem alles geregelt ist. Sie gibt mir die Adresse der Verwaltung, außerdem den Namen der Sachbearbeiterin und deren Telefonnummer. Ich rase los.
Zahle 10 Euro für eine Taxifahrt und stehe tatsächlich nur 20 Minuten später vor dem Büro der Verwaltung (glücklicherweise ist dieses nämlich nicht all zu weit vom Krankenhaus entfernt).

Ich bin aufgeregt - habe ja in meinem Leben schon mehrmals eine Wohnung gesucht, aber sowas hatte ich noch nie. Andererseits... die Marklerin sagte ja, daß man sehr darauf achten würde, wen man in dieses Haus holt - von daher macht ein "Beschnuppern" durch die Verwaltung schon Sinn - denn Papier ist ja bekanntlich geduldig.
Blöderweise wird mein Bauchgefühl während des folgenden Gesprächs, das gerade mal 10 Minuten dauert da es durch ein Telefonat unterbrochen wird, immer schlechter.
Ich muß mir sehr seltsame Fragen gefallen lassen. Man hat mein Mietanbot vorliegen, aus den geforderten Unterlagen (Lohnzettel u.a.) geht hervor, daß ich seit 2004 für das Krankenhaus arbeite - was nahelegt, daß sich daran so rasch nichts ändern wird. Daß ich es mit 30 Jahren zur Chefsekräterin gebracht habe, so finde ich, sagt einiges zu meiner Person aus - auch daß ich diesen Posten seit 3 Jahren innehabe.
Trotzdem werden die Fragen immer seltsamer.
Ich würde ja eigentlich ganz in der Nähe der von mir anvisierten Wohnung leben - warum ich denn unbedingt unziehen will z.B.
Gedankengang meinerseits... Was geht dich das an? Aber ich berichte natürlich von den unhaltbaren Zuständen in meinem aktuellen Wohnhaus, und daß das der Grund für meine Wohnungssuche ist. Überzeugt die gute Frau nicht. Das könnte man ja alles mit Polizei und Verwaltung ändern. (Wie gut das klappt, habe ich an dieser Stelle ja hinlänglich berichtet - und versuche das auch dort zu kommunizieren.)
Insgesamt gibt mir die Frau das Gefühl der letzte Dreck zu sein. Ein Gefühl, das ich wegzulächeln versuche.

An meinen Katzenkindern hängt sie sich ebenfalls auf.
Ich berichte, daß ich bereits vor der Besichtigung auf die beiden hingewiesen habe, und daß mir beide Markler versichert haben, daß dies kein Problem ist, wenn meine Katzen ein sauberes Kisterl haben und nicht ins Stiegenhaus dürfen.

Sie will wissen, ob ich meine aktuelle Wohnung bereits gekündigt habe, was ich verneine - und ihr eine hochgezogene Augenbraue entlockt.
Gibt es tatsächlich klar denkende Menschen, die ihre Wohnung kündigen, ohne eine fixe Zusage für eine andere zu haben?

Nun erklärt man mir, daß man sehr genau darauf achten würde, wen man sich da ins Haus holt, da man ein gewissen Klientel haben möchte. Mir reicht es endgültig - da ich durch die redselige Maklerin ein bissl einen Eindruck hatte, wem sie die Wohnung so gezeigt hat... Ich bleibe zwar höflich, aber werde nun ebenfalls etwas bestimmter.
Ich weise darauf hin, daß ich sehr wohl bemerkt habe, daß in diesem Haus z.B. ein Psychologe mit seiner Praxis angesiedelt ist, und auch ein freischaffender Physiotherapeut - und daß ich mir vorstellen könnte, daß eine junge Chefsekreätin dort ebenfalls gut reinpaßt. Besonders wenn sie, so wie ich, früh morgens das Haus verläßt um ins Büro zu fahren und erst abends wieder nach Hause kommt. Ja, ich habe festgehalten, daß ich durchaus der Meinung bin, daß eine voll berufstätige Frau, von der man den ganzen Tag nichts hört und sieht, die ihre Wohnung als Rückzugs-, und Erhohlungsort betrachtet, keine Partys feiert, früh ins Bett geht und früh wieder aufsteht durchaus in ein erwürdiges Stilhaus paßt.

Ganz ehrlich, ich bin in diese Wohnung verliebt - ich würde sie wirklich gerne haben - aber ich lasse mich nicht wie den letzten Dreck behandeln, mir quasi unterstellen, daß meine Katzen die Wohnung in Schutt und Asche legen würden, und daß ich ev. nicht in ein Stilhaus passe.
Mein Ausweis wird kopiert und den Unterlagen in Kopie beigefügt. Dann wird betont, daß die Entscheidung beim Besitzer des Hauses liegen würde.

Und ich werde mit einem Satz rauskomplimentiert, der mir Bauchschmerzen macht, und der mir persönlich das Gefühl gibt, daß wohl ein anderer die Wohnung bekommen wird.
"Na, sie stehen ja nicht auf der Straße, wenn sie die Wohnung nicht bekommen."

Als ich auf mein Taxi warte, das mich zurück ins Büro bringen soll, kommt eine junge Frau an - aufgrund der Tatsache, daß sie bei der Verwaltung läutet, nachdem sie mit jemanden telefoniert hat und dabei meinte, daß sie jetzt wir gewünscht hier wäre, konnte ich mir denken, daß sie ebenfalls zum "Vorstellen" geladen wurde. Ich frage mich, wie man ihr da oben gleich begegnen wird, wenn man mich im Buinessoutfit schon so planiert hat. Denn sie hat knallbunte Haarsträhnen, trägt eine zerrissene Netzstrumpfhose zu abgerissenen Jeans, ein löchriges T-Shirt und einen Aufnäher auf ihrer Stofftasche auf dem steht "F* the Police".

Aber vielleicht paßt sie ja besser in dieses alterwürdige Haus als ich...

Kommentare:

  1. Ach Mensch... das klingt ziemlich doof :(
    Ich drücke feste die Daumen, dass der Eigentümer nicht so doof ist wie die Verwaltung!

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  2. Oh Mann!! Will man überhaupt noch in eine Wohnung einziehen, wenn das im Vorfeld schon so bescheuert läuft? Ich weiß es nicht, denn immerhin hat man ja mit der Verwaltung weiterhin zu tun. Und wenn es nur die Querelen wegen der NK-Abrechnung sind.

    LG

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  3. So eine Trulla hatten wir bei einem Immobilienbüro auch.Hat uns wie die letzten Vandalen behandelt und als hätten wir vorher noch nie ne Wohnung gehabt.*argh*

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