Sonntag, 15. Juli 2012

Somewhere over the rainbow...

Nachdem es gestern den ganzen Tag über immer wieder, teilweise sehr heftig geregnet hat - wie bereits am Freitag, kam dann um 20:30 Uhr abends nochmal ganz kurz die Sonne raus - und das bei gleichbleibend heftigem Regen...
Es zog mich zum Fenster, denn ich ahnte, was ich gleich zu sehen bekommen werde...

Leider gelang es mir mit meiner altersschwachen Digitalkamera nicht mal ansatzweise das Farbschauspiel einzufangen, das sich mir auf dem Himmel bot.
Der Himmel tiefschwarz auf der einen Seite, auf der anderen leuchtend in vielen roten bis violetten Schattierungen. Und mittendrinnen ein wunderschöner, intensiv strahlender Regenbogen. So grell und schillernd, daß es fast in den Augen weh tat ihn länger zu betrachten.

Da die Sonne bereits am Untergehen war konnte man direkt zusehen, wie er nach wenigen Minuten immer blasser wurde. Von Sekunde zu Sekunde verlor er an Leuchtkraft, die Farben wurden langsam matter, das Schillern verschwand. Und mit jedem Lidschlag konnte man sehen, wie der Regenbogen mehr und mehr verblaßte.
Ich habe den Himmel noch beobachtet, als der Regenbogen nicht mehr zu sehen war. Ergriffen von der Schönheit, die sich da für kurze Zeit offenbart hatte.

Beim Blick hinunter zur Straße, auf all die Menschen die da unterwegs waren, wurde mir die Ignoranz der breiten Masse wieder deutlich. Niemand..., nicht ein Mensch hat den Blick zum Himmel gerichtet. Niemand hat die Schönheit der Natur wahrgenommen.

Der Blick auf das Handydisplay war wichtiger. Keine Zeit um in den Himmel zu blicken, zu sehr ist man damit beschäftigt von Punkt A nach Punkt B zu gelangen. Schnell muß es gehen. Alles. In der Arbeit, in der Freizeit. Wir haben doch keine Zeit. Gehetzt durchs Leben rennen.
Einfach nur in den Himmel zu sehen, ein paar Minuten zu verharren - undenkbar. Stillstand ist schlecht. Einfach nur da stehen und in den Himmel sehen - das bringt doch niemandem was.
Weiter, immer weiter...

Und während wir immer weiter hetzen, den Blick nur nach vorne gerichtet - nicht links und rechts schauend, verlieren wir nicht nur unser Umfeld aus den Augen, sondern auch die Schönheit der Natur, die uns selbst in der grauen Großstadt umgibt.

Schade eigentlich. Zu schade...
Ich denke, es ist an der Zeit stehen zu bleiben.
Hin und wieder mal. Auch wenn es schwer fällt. Einfach nur stehen bleiben, und in den Himmel blicken...
Wer das nämlich nicht gelegentlich macht, der wird auch den nächsten Regenbogen verpassen.
Und damit die Chance vertun, am Ende dieses Regenbogens den Topf voller Gold zu finden...

Kommentare:

  1. ich finde den artikel richtig schön. stillstand macht spaß.

    AntwortenLöschen
  2. Danke.
    Es muß ja nicht immer gleich Stillstand sein - ein wenig "Entschleunigung" täte aber vielen von uns gut, denke ich.

    AntwortenLöschen
  3. Dem stimme ich voll und ganz zu. Diesen wunderschönen Regenbogen zu genießen und einfach mal innehalten.
    LG Sabine

    AntwortenLöschen
  4. Ich habe vor drei Stunden auch so einen wunderschönen Regenbogen gesehen. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so einen farbintensiven Regenbogen überhaupt gesehen zu haben. Gruss von Hauptstadt zu Hauptstadt.

    Herzlichst Castorp

    AntwortenLöschen
  5. Wirklich sehr schöner Artikel. Sehr genau beobachtest du das Treiben in der Großstadt .
    Die Natur fragt nicht danach ob wir es eilig haben, die Natur ignoriert einfach unsere Rastlosigkeit. Sie ist einfach da.
    Schön wenn man noch fähig ist inne zuhalten und sich, sei es nur für einen Wimpern-schlag ,an der Natur erfreuen kann.

    LG

    AntwortenLöschen

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...