Freitag, 31. Oktober 2014

Halloween - Samhain - Allerheiligen - Allerseelen

Halloween hatte ich eigentlich immer sehr gerne. Als ich noch verheiratet war, haben wir immer eine Party geschmissen. Verkleidet natürlich.
Da unsere Freunde, wie wir auch, esoterisch interessiert waren und/oder spirituelle Lebenswege und Modelle gelebt haben, waren das immer sehr interessante Treffen, bei denen über kurz oder lang eben auch esoterische Themen angeschnitten wurden. Es war sehr interessant verschiedene Gedanken und Ansätze zu hören, wir holten unsere Orakelkarten heraus, und deuteten die Karten aus verschiedenen Wegen heraus. 
Aber es war auch immer Thema an die Ahnen zu denken. Über Verstorbene zu sprechen, und sie so irgendwie an dem Treffen teilhaben zu lassen. Ritual im Sinne von magischem Arbeiten gab es allerdings nicht, da unsere Wege und Ansichten teilweise einfach zu verschieden waren, und wir diesen Abend einfach nur bewußt erleben wollten.
Samhain Comments & Graphics
~Magickal Graphics~
Und dann kam unsere Halloweenparty vor genau 10 Jahren. 
Mein Vater war ja sehr krank, hatte seinen Geburtstag am 23.10. aber im Kreis der Familie feiern können, weil es ihm wieder deutlich besser gegangen war. 
Die ersten Gäste unserer Party waren bereits anwesend  - da läutete mein Handy. Meine Mutter war am anderen Ende der Leitung. Ihre Stimme machte mir klar, dass etwas nicht in Ordnung war. Sie sagte mir, dass wir am nächsten Tag unbedingt ins Krankenhaus kommen sollten -  um uns von meinem Vater zu verabschieden. 
Ich weiß noch, dass mir richtig schwindlich wurde, und dass ich mein eigenes Blut in den Ohren rauschen hörte, während meine Mama von langsam versagenden Organen sprach. 
Ich konnte und wollte es nicht glauben. 
Einen Tag davor war ich im Krankenhaus gewesen - mein Vater wurde regelmäßig auf ein paar Tage aufgenommen, um Flüssigkeit aus seinem Bauchraum zu entnehmen, denn das bildete sich regelmäßig und erschwerte die Atmung.
Abgesehen von der Flüssigkeit im Körper ging es ihm aber eigentlich gut. Wir saßen in seinem Zimmer und haben über dies und das geplaudert, er hat gelacht und war eigentlich gut gelaunt. Ging doch auch er davon aus, dass er - so wie immer - nach 3 oder 4 Tagen wieder nach Hause entlassen werden würde. Er scherzte sogar noch und meinte, dass er sich so davor drücken könnte am 1.11. auf den Friedhof zu gehen. 

Dass die Party gelaufen war, ehe sie überhaupt noch richtig begonnen hat, muss ich wohl nicht sagen.
Am nächsten Tag fuhren wir ins Krankenhaus - mein Vater lag im Sterben. Offensichtlich. Ich kannte die Anzeichen aus meiner Ausbildung. Er war auch nicht wirklich wach, sondern in einem Dämmerzustand, in dem er uns vermutlich gar nicht mehr richtig wahrgenommen hat. 
Abends kam dann der Anruf, dass er gestorben war. Wir waren nochmal im Krankenhaus. Mit meiner Mama. Obwohl es wirklich schlimm war, bin ich froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe, denn mein Vater wirkte vollkommen entspannt und nach langer Zeit auch vollkommen schmerzfrei. 

Mein Vater hat diese Welt am 1.11. verlassen.
Und seither ist Halloween eine sehr stille Zeit für mich. Partys meide ich meist bzw. nehme nur an kleinen Unternehmungen teil, weil mir das Herz in dieser Zeit immer sehr schwer ist. 

Samhain Comments & Graphics
~Magickal Graphics~
Heute werde ich wieder einen stillen Abend verbringen. Ich werde eine Kerze entzünden und eine Räuchermischung abbrennen. Nicht mehr, nicht weniger.
Morgen fahre ich mit meiner Mutter auf den Friedhof - nicht, weil es an diesem Tag irgendwie alle tun, sondern, weil es der Todestag meines Vaters ist. Ich verbringe diesen Tag seit 10 Jahren mit meiner Mutter, damit sie nicht alleine ist. Wir erinnern uns gemeinsam an meinen Vater. Immer wieder fallen uns neue Geschichten und Begebenheiten ein, an die wir uns erinnern möchten. 
Und inzwischen tun diese Erinnerungen auch nicht mehr weh. Aber er fehlt uns. Auch nach 10 Jahren noch...

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