Donnerstag, 14. Juli 2016

Es ist wenig, was man wirklich braucht...

Wer kennt das nicht? Die tolle Handtasche, das ach so praktische Küchengerät, die hübschen Schuhe, die zwar nicht bequem, aber sooooo schick sind.
Und dann wären da noch die vielen tollen Sachen, die man bei Freunden und Familienmitgliedern sieht, die das Leben erleichtern oder Spaß machen.
Und natürlich die Dinge, die uns in der Werbung angetragen werden, als unverzichtbar.

Und wir kaufen.
Häufen Dinge an, tragen sie nach Hause und packen sie mit einem Hochgefühl in eine Schublade, oder in einen Kasten. Wir fühlen uns gut, wenn wir diese Dinge kaufen. Die geborenen Jäger und Sammler.
Aber mal ehrlich..., die meisten dieser Dinge brauchen wir nicht. Sie liegen in Kästen und Schubladen und warten auf ihren Einsatz - der viel zu oft viel zu selten oder nie erfolgt.

Ich bin vor einem Jahr umgezogen. Im Zuge des Umzugs habe ich ausgemistet und vieles weggeworfen oder verschenkt, was ich nicht mehr brauchte. Habe mit von vielem getrennt, was ich länger als 1 Jahr nicht in der Hand hatte.
Und habe ich auch nur eines der Dinge in den letzten 15 Monaten vermisst? Nein.

Ich spiele nun mit dem Gedanken, in meinem Urlaub erneut auszumisten.
Manchmal fühle ich mich erdrückt von all den Dingen, die in meinen Kästen lauern.
Wenn ich nach der Arbeit, oder am Wochenende daheim bin, sitze ich in meinem bequemen Sessel (den brauche ich also wirklich - und ich liebe ihn) und arbeite an meinen Häkeltüchern.
(Wolle, Häkelnadeln und Anleitungen nutze ich also auch).

Oder ich lese, wobei ich mich immer öfter dabei ertappe, Hörbüchern den Vorzug zu geben, da sie keinen Platz in meiner Wohnung wegnehmen, und ich mit ihnen quasi gleichzeitig Lesen und Häkeln kann).

Ich höre aktuell sehr gerne "Leichtes Gepäck" von Silbermond... selten hat mich ein Text so berührt, mich so sehr angesprochen. (daher auch der heutige Titel).
Es stimmt...
Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, dann sind es nicht Habseligkeiten, die uns glücklich machen. Nichts, was in unseren vollgestopften Kästen rumliegt, nichts, was man kaufen kann.
Ich merke, dass es mich glücklich macht, Zeit für mich zu haben.
Zeit, die ich für Aktivitäten nutzen kann, die mir Spaß machen (aktuell ist das Handarbeiten).

Natürlich, ein wenig Luxus ist schon fein, hin und wieder.
Aber die Wahrheit sieht doch eigentlich so aus (zumindest für mich).

Ich brauche ein Dach über dem Kopf - das habe ich mit meiner kleinen Dachwohnung.
Ich brauche Lebensmittel - wobei ich hier bereits mein Konsumverhalten stark geändert habe und seit geraumer Zeit nur noch nach Listen einkaufen gehe, wodurch ich keine Lebensmittel mehr wegwerfen muss.
PC und Internet muss in der heutigen Zeit sein - ich nutze beides als Fenster zur Welt, aber es ersetzt mir auch die Stereoanlage. Auch arbeite ich immer wieder berufliches daheim in Ruhe auf.

Dass diverse Fixkosten zu tragen sind, ist klar, Telefon, Strom etc...

Aber:
Ich habe kein Auto, noch nicht mal einen Führerschein, obwohl es manchmal soooo praktisch wäre. Ich nutze lieber die chronisch überfüllten Öffis.
Ich kaufe mir nicht alle Nase lang ein neues Handy, nur um das neueste Modell mit dem angebissenen Obst zu besitzen. Ich nutze mein Billighandy solange, bis es irgendwann den Geist aufgibt, dann kaufe ich ein neues Billighandy. (Ich brauche es eigentlich kaum, telefoniere selten, schreibe noch seltener SMS... und halte wenige von der permanenten Erreichbarkeit).

Ich stelle immer mehr und mehr fest, dass ich gar nicht viel brauche um zufrieden zu sein.
Und das zu wissen, ist wirklich schön.
Gypsy Comments & Graphics
~Magickal Graphics~

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