Samstag, 7. Januar 2017

Innen und Außen...

Wie es in einem Menschen aussieht, tief drinnen..., wie er sich fühlt, und wie er empfindet, das ist wohl nicht immer damit zusammenzubringen, wie er nach außen wahrgenommen wird.

Oft sind wir selbst daran "schuld", weil wir Masken aufsetzen, aus Angst verletzt zu werden. Weil wir verhindern wollen als schwach oder unzulänglich eingestuft zu werden.
Und manchmal beschließen wir auch einfach, dass wir gewisse Dinge mit uns selbst ausmachen wollen, oder dass manche Dinge nicht für fremde Ohren geeignet sind. Und darum vergraben wir sie tief in unseren Herzen und teilen sie nicht mit der Außenwelt.

Manche Menschen erkennen die Wahrheit hinter der Maske - oder sie glauben sie zu erkennen. Doch müssen sie ihre Erkenntnis dann öffentlich machen? Ich meine, ist es wirklich notwendig die "Wahrheit" immer auszusprechen?
Ein Beispiel aus meinem aktuellen Leben:

Die letzten Monate waren für mich gefühlt die Hölle. Mehr als nur einmal hatte das Gefühl, keine Kraft mehr zu haben, und keine Perspektive. Mehr als einmal hatte ich das Gefühl keinen Schritt mehr machen zu können, und ich hatte keine Idee dazu, wie ich die kommenden Tage überstehen könnte, geschweige denn die nächsten Wochen oder Monate. Tod, Umbruch, Trauer, Zorn... all das umgab mich und hielt mich gefangen.

Seit einer Woche nun, ist alles anders und neu. Und ein großer Teil der Anspannung der letzten Monate ist nun von mir abgefallen. Ich bin entspannt. Schlafe wieder problemlos durch, und auch sofort ein, ohne dass meine Gedanken erst noch eine Stunde oder länger durch meinen Kopf kreisen. Ich fühle mich so viel besser.
Auf einem Selfie, das ich von mir mache, glaube ich diese Entspannung zu erkennen. Klar, da sind noch immer leichte Augenringe - aber ich habe in der vergangenen Nacht wenig geschlafen (diesmal allerdings, weil ich gaaaanz lange vor dem Fernseher gesessen bin). Aber insgesamt finde ich das Foto schön. Ich finde, dass ich entspannt und zufrieden darauf aussehe, dass ich direkt ein wenig "leuchte".
Ich teile das Foto also mit menen Freunden, schreibe dazu, dass ich mich darüber freue, dass es mir bereits sehr viel besser geht, als in den Monaten davor. Sie haben viel von meiner Anspannung und meinem Stress mitbekommen, warum also nicht mein Glück mit ihnen teilen?

Als Reaktion bekomme ich von einem Freund die Antwort, dass er ehrlich sein will... Dass ich Sch.... aussehe. Fertig. Meine Augenringe wären so dramatisch, dass er  sie erst für ein blaues Auge gehalten hätte.

Zack. Ich fühlte mich nun nicht mehr gut. Das Glücksgefühl ist wie weggeblasen. Ich fühle mich nun nicht nur nicht mehr gut, nein, ich fühle mich verletzt.
Es ist seine Wahrheit. Die er aus einem Foto gezogen hat. Wie es in mir ausgesehen hat, wusste er nicht - hat es auch nicht hinterfragt.
Musste er nun diese, für ihn gültige, Wahrheit aussprechen? Hätte es ein. "Schön, dass es dir besser geht, aber nach oben ist noch Luft.." nicht auch getan. Hätte mir auch klargemacht, dass er noch keine deutliche Verbesserung wahrnimmt. Hätte mir, die ich bekanntermaßen ohnehin ein sehr schwach ausgeprägtes Selbstwertgefühl habe, nicht akut den Boden unter den Füssen weggezogen und mich verletzt.

Aber ich habe auch etwas gelernt durch diese Episode.
Innen und außen kann man nicht immer auf den ersten Blick zusammenbringen.
Wahrheit kann weh tun - besonders, wenn es nicht die eigene ist.
Und ich habe erkennen müssen, dass kleine Veränderungen meist gar nicht wahrgenommen und daher gerne mies gemacht werden.

Girly Attitude Comments
~Magickal Graphics~

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