Sonntag, 5. März 2017

Wird Rechtschreibung überbewertet?!?

Als ich heute morgen auf FB unterwegs war, durchzuckte mich mal wieder ein Gedanke, der mir in der letzten Zeit immer öfter kommt...
Wann wurde es eigentlich unwichtig, die eigene Sprache zu beherrschen?

Ich selbst bin Legasthenikerin - das bedeutet in meinem Fall, dass ich mir extrem schwer damit tue, Texte laut zu lesen, dass ich Schwierigkeiten habe, Texte zu schreiben, besonders wenn ich mich damit beeile, weil sich dann Schreibfehler, wie Buchstabendreher einschleichen.
Ich hatte damit immer Schwierigkeiten - aber ich habe dagegen angekämpft, habe viel gelesen, und geschrieben - und damit meine Schwäche gut in den Griff bekommen.
So gut, dass man sie mir im Alltag nicht anmerkt - ich arbeite in einemBüro, habe als Schreibkraft angefangen, und mich bis zur Abteilungssekretärin/Chefsekretärin hochgearbeitet. Niemand in meinem Job bemerkt meine Schwäche.
Zugegeben, sie ist nur mild ausgeprägt... aber sie ist da.

Nun ist es aber so, dass ich nicht daran glaube, dass 99% aller Leute, die sich bei FB tummeln ebenfalls an Legasthenie leiden.
Und was die Leute da teilweise veröffentlichen, sorgt dafür, dass sich mir die Zehennägel aufrollen, und der Magen sich beim Lesen krampfartig zusammenzieht. Ehrlich, manchmal ist es so schlimm, dass ich erstmal lange vor dem Bildschirm sitze, und versuchen muss zu entziffern, was da so geschrieben wird.

Und ich spreche nicht von Leuten, die anderssprachig aufgewachsen sind. Ich spreche von Menschen, die mit der deutschen Sprache als Muttersprache aufgewachsen sind... und da sitze ich dann, und frage mich...
Wird in den Schulen denn nicht mehr Deutsch unterrichtet? Wie kann man jahrelang in die Schule gehen, und dann doch Sätze schreiben wie:
"Häute viel mir auf, das die Tage wieder lenger werden." oder "Lass uns Eis."

Ehrlich - ich verstehe es nicht. Liegt es daran, dass kaum noch in ganzen Sätzen kommuniziert wird? Groß-, und Kleinschreibung verschwindet leider auch zusehends. Und Satzzeichen werden auch gerne weggelassen.  Ist dieser Wandel dem Einsatz von Messengern und Chats geschuldet? Den Bereichen, in denen nur noch in Kürzeln kommuniziert wird (die sich mir vollkommen entziehen). Verlieren die Leute dadurch die Fähigkeit in vollständigen Sätzen zu schreiben? Ist es so, dass gelerntes wieder aus dem Gehirn verschwindet, wenn man es nicht nutzt? Werden deshalb einfachste Wörter falsch geschrieben, oder man man es bemerkt?

Oder sehe ich das alles zu eng? Lege ich einfach zu viel Wert auf korrektes Schreiben?
Ich weiß es nicht... aber ich persönlich finde die Entwicklung traurig.

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